Autoversicherung – Unfall durch einen anderen – wer zahlt die Kosten?

Autoversicherung – Unfall durch einen anderen – wer zahlt die Kosten?

Wenn jemand anderes einen Unfall mit dem eigenen Auto macht, zahlt dann die KFZ Versicherung des Unfallnehmers? Oder muss ich die Kosten und Prozente tragen?

Der Freund oder die Freundin macht einen Unfall mit meinem Auto - wer übernimmt die Kosten?

Wenn wir uns draußen mal die Parkplatz Situation anschauen, dann stelle ich fest, dass immer mehr Autos dazu kommen und es mittlerweile schon schwierig wird einen Parkplatz zu bekommen!

Solltest Du jetzt darüber nachdenken, statt eines neuen Autos deine Freundin oder deinen Freund als zusätzlichen Fahrzeugführer Deines Autos, dass nur auf dich zugelassen ist, einzutragen? Dann stellt sich die Frage, wer zahlt, wenn es zu einem Unfall kommt? 

Der Fahrzeughalter auf den die KFZ Versicherung läuft muss zahlen!

Es spielt keine Rolle, wer mit dem angemeldeten Auto einen Unfall macht, der Eigentümer, also auf den die KFZ Auto Versicherung angemeldet wurde, haftet für den Unfall Schaden am anderen Fahrzeug! Egal ob die Person bei der Versicherung vorab mit eingetragen wurde oder auch nicht. Wenn sie nicht eingetragen wurden, kann es durch die Versicherung in Anführungsstrichen Ärger geben, je nach Versicherung, aber der Schaden wird ausgeglichen! Besser ist es natürlich, dass man vorab seine Kinder, Frau, Mann und diejenigen die das Auto öfters fahren, vorab anmeldet, damit es dadurch keine Probleme mit der KFZ Versicherung gibt!

Die Prozente Schadenfreiheitsklasse des Fahrzeughalters gehen hoch im Schadensfall

Auch wenn der Fahrer, der selbst ein eigenes Auto hat und vielleicht sogar bei der gleichen KFZ Versicherung sein eigenes Auto angemeldet hat, fährt und einen Unfall macht, werden die Kosten dem Fahrzeughalter in Rechnung gestellt. Also egal welche Kombinationen man auch wählt, wenn das eigene Auto einen Schaden macht, ob selber gefahren oder jemand anderes, die eigene Versicherung kommt für den gemachten Unfall Schaden des anderen Autos auf und die eigenen Prozente (Schadenfreiheitsklasse) wird dadurch hochgestuft. Je nach Schaden und Kosten, reguliert die Versicherung die eigene Schadenfreiheitsklasse, es kann aber sein das alles beim alten bleibt oder die Schadenfreiheitsklasse in Prozenten steigen wird, dass hängt von einem angebotenen Bonus Programm der Versicherung ab.

Also wer jemanden anderen fahren lässt, muss im Falle eines Unfalls damit rechnen, dass er in Zukunft höhere monatliche Beiträge für sein eigenes Auto zahlen muss!

Schadenfreiheitsklasse

Unfallfreie Jahre

Beitrag Haftpflicht

Beitrag Vollkasko

SF M (Malusklasse)

140 %

125 (bis 245) %

SF 0 (Anfänger)

100 %

95 %

SF S

92 %

?

SF ½

84 %

72 %

SF 1

1

74 %

60 %

SF 5

5

46 %

42 %

SF 10

10

37 %

34 %

SF 15

15

31 %

29 %

SF 20

20

28 %

26 %

SF 25

25

25 %

25 %

SF 30

30

23 %

23 %

SF 35

35

20 %

20 %

Hier mal eine Schadensfreiheitsklassen Tabelle zur Übersicht! Wer zum Beispiel bereits auf der Schadensfreiheitsklasse SF 35 fährt und jetzt durch einen Freund, der gefahren ist, einen Unfall hat, könnte je nach Höhe des Schadens in die Schadensfreiheitsklasse SF 30 rutschen. Klingt jetzt nicht so schlimm, aber rechne das einfach mal als Beispiel hoch!

SF 35 Steht in der Regel für 35 Jahre die man bereits mit seinem Auto gefahren ist und dementsprechend nur noch 20 % KFZ Versicherung zahlen muss! Wer durch den Unfall nun auf SF 30 fällt, der muss jetzt erst einmal wieder 5 Jahre unfallfrei fahren, bevor er wieder Anspruch auf die Schadensfreiheitsklasse 35 hat. In diesen 5 Jahren muss er nun 3 % mehr, wie vorher für sein Auto zahlen.

Beispiel für die Berechnung im Unfallschaden mit dem eigenen Auto

Zahlt man aktuell auf der Schadensfreiheitsklasse SF 35 zum Beispiel vierteljährig 100 Euro für das eigene Auto, so haben wir einen KFZ Jahresbeitrag von 400 Euro, dass 20 % entspricht. Durch den entstanden Unfall des Freunds oder Bekannten, der das Auto gefahren ist, werden wir jetzt aber auf SF 30 und somit auf 23 % für die nächsten 5 Jahre gestuft. 

Berechnung: 400 Euro / 20% * 23% = 460 Euro im Jahr!

Also zahlen wir durch diesen Unfall in Zukunft 60 Euro jährlich mehr, obwohl wir selber keinen Unfall gemacht haben. Das Schlimme daran, wie ich finde ist, dass wir die nächsten 5 Jahre nicht weiter heruntergestuft werden, wo wir noch mehr gespart hätten, sondern wir zahlen in diesen 5 Jahren insgesamt 300 Euro mehr für unser Auto, als wir ohne Unfall eigentlich müssten. Wie man in der Tabelle sehen kann, wird man zwischen 2-3 Prozent nach rund 5 Jahren runtergestuft, dass bedeutet also auch gleichzeitig, hätten wir keinen Unfall gehabt, dann hätten wir auch schon lange keine 400 Euro mehr jährlich gezahlt, sondern eben wieder rund 3 Prozent weniger (17 %). Und wie wir auch wissen, wird in der Regel die KFZ Versicherung immer ein bisschen teurer, was hier gar nicht mit eingerechnet wurde!

Fazit: Wenn jemand anderes einen Unfall mit dem eigenen Auto macht

Generell werden die Kosten von dem Autounfall (Schaden) über die eigene Versicherung abgedeckt und bezahlt! Egal wer gefahren ist, die Kosten bleiben beim KFZ Halter und dessen Prozente werden im Einzelfall steigen! Die jährlichen Mehrkosten, die durch die erhöhte Schadensfreiheitsklasse entstehen, können nur privat mit der Person abgerechnet werden, die das Auto gefahren ist und den Unfall verursacht hat!

Wer also jemand anderen fahren lässt, sollte jetzt wissen, dass er die Kosten auch in Zukunft (Beispiel in 5 Jahren) selbst tragen muss! Also denke vorher darüber nach, ob Du Dein Auto von jemand anderen fahren lassen willst! Es spielt auch keine Rolle, ob der verursachende Fahrer bei der gleichen oder einer anderen Versicherung, selbst ein Auto angemeldet hat!

Noch ein wichtiger Tipp beim Gebrauchtwagen Verkauf!

Lässt Du jemanden Dein Auto Probefahren, da Du ihm Dein Auto verkaufen willst und der verursacht während der Probefahrt einen Unfall, dann trägst Du ebenfalls die Kosten! Ich lasse bei einer Probefahrt nie die Person alleine fahren und setze mich immer dazu!

Aus eigener Erfahrung! Ich habe ein Auto angemeldet verkauft, damit die Person damit nach Hause fahren kann, um das Auto morgen umzumelden! Wie sollte es anders sein! Der Käufer macht einen Autounfall und ich musste die Kosten dafür über Jahre tragen, weil ich in der Schadensfreiheitsklasse hochgestuft wurde! Daher fahre ich ab jetzt immer selber mit dem Kunden zur Zulassungsstelle und der Wagen wird umgemeldet und verkauft. Oder ich melde das Fahrzeug selbst ab und der Kunde wieder an und holt das Auto dann mit seinen KFZ Nummernschildern bei mir ab!

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